RASEN BRAUCHT LIEBE!

Perfektes Grün ist eine Wissenschaft für sich

Hallo Sportsfreunde, man fragt sich ja immer beim Fußballgucken oder im Stadion: Wie kriegen die das mit dem Rasen so 100%ig hin? Als wenn jemand mit einem großen Lineal vorher die Linien gezogen hat. Und erst die Farbe – tiefes, sattes Grün. Okay, wir verraten es euch: Rasen braucht Liebe und Greenkeeper.

Die Rasenflüsterer
Seit der WM 2006 sind die Ansprüche an den Fußballrasen stark gestiegen. Der DFB und die FIFA haben hohe Qualitätskriterien festgelegt. Fußballrasen in der Bundesliga ist ein Hochleistungsprodukt, das viele Bedürfnisse erfüllen und hohe Belastungen aushalten muss. Darum leisten sich so manche Clubs, von der Bundesliga bis zur 3. Liga, gleich mehrere Greenkeeper. Wir schicken am liebsten unsere eigenen Greenkeeper zur Dauerpflege ins Stadion, weil die Pflege dann exakt auf unsere Rasensysteme abgestimmt ist und wir sicher gehen können, dass der Rasen alles bekommt, was er braucht. Denn der teuerste Rasen nützt nichts, wenn er nicht richtig behandelt und mit Liebe gepflegt wird. Greenkeeper und -keeperinnen – Frauen haben übrigens ein echt gutes Händchen dafür – sind „Rasenflüsterer“, die die individuellen Bedürfnisse des Rasens genau kennen. Jedes Rasensystem ist anders. Auch der Untergrund, der Sonneneinfall und die geografische Lage des Stadions oder Fußballplatzes nehmen Einfluss auf den Rasen.

Fingerspitzengefühl gefragt
Wusstet ihr, dass ein Fußballrasen bis zu 200.000 Halme pro Quadratmeter hat? Da kommt beim Mähen ganz schön was zusammen. Natürlich gehört das Mähen mit speziellen Rasenmähern zu den regelmäßigen Aufgaben eines Greenkeepers. Das ist zwar nur ein Teil seines komplexen Handwerks, zeigt aber, wie anspruchsvoll der Job ist. Die Länge des Spielgrases entscheidet über die Spielbedingungen: langes Gras ist eher stumpf und verlangsamt den Ball, kurzes Gras ermöglicht ein schnelleres Spiel. Laut DFB muss die Schnitthöhe zwischen 25 und 28 mm liegen. Die schicken Muster im Rasen – Streifen, Karomuster oder Schachbrettmuster – werden durch Walzen am Rasenmäher erzeugt.

Abwechslungsreicher Vollzeitjob
Die Nachsaat ist bei Naturrasen besonders wichtig. Dafür kommen besonders leistungsfähige Mischungen aus den strapazierfähigsten Arten zum Einsatz, wie „Poa pratensis“, eine sehr robuste Wiesenrispe, oder „Lolium perenne“, ein sehr schnell wachsendes deutsches Weidelgras. Die Einsaat erfolgt ebenfalls mit Spezialgeräten. Danach kümmert sich der Greenkeeper um die regelmäßige Beregnung, damit sich die Keime gut entwickeln können. Das Düngen nicht zu vergessen, denn ein stark beanspruchter Rasen braucht mehr Nährstoffe. Die Düngung wird individuell auf den Rasen angepasst, je nach Nutzung und Frequenz. Nach dem Spiel kümmern sich die Greenkeeper um die „Verletzungen“ und bessern die Unebenheiten wieder aus. Vor dem Spiel sind sie für das Linieren der Spielfelder zuständig. Aber auch sonst linieren sie Trainingsplätze mit Hilfslinien, damit dort Spielformen und Taktiken trainiert werden können. Dazu kommen noch andere Aufgaben, je nach Bedarf, wie das Besanden des Platzes oder 1 bis 3 Mal jährlich das Vertikutieren, um die Filzschicht zu entfernen oder bei trockener Witterung und in Wachstumsperioden. Beim Aerifizieren belüften die Greenkeeper die Wurzelzone, um das Wurzelwachstum zu steigern und die Wasserinfiltration zu verbessern. Langweilig wird’s nie. Ohne Greenkeeping wäre Fußball nur halb so schön und Hochleistungsfußball gar nicht denkbar. Darum: DANKESCHÖN Ihr Greenkeeperinnen und Greenkeeper, Ihr macht einen tollen Job, damit wir Spaß am Fußball haben.

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