Mehr als ein Stadion: Neue Sport- und Freizeitmöglichkeiten in Hohenwestedt

Sport, der verbindet: Auf der Laufbahn für den nächsten Wettkampf trainieren, nach der Schule eine Runde auf den Pumptrack oder gemeinsam auf dem neuen Kunstrasenkleinspielfeld Fußball spielen. An der Rektor-Wurr-Straße in Hohenwestedt kommen heute ganz unterschiedliche Formen von Sport und Bewegung zusammen. Die Anlage, die in ihrer bisherigen Form Anfang der 1970er-Jahre entstand, hat eine umfassende Modernisierung erhalten. Dabei blieb es nicht bei der Erneuerung bestehender Sportflächen. Neue Angebote machen das Stadion zu einem vielseitigen Treffpunkt für Schulen, Vereine und die Menschen aus der Region.

Das Stadion an der Rektor-Wurr-Straße erstrahlt im neuen Glanz.

Am 12. August 2026 feierte die Gemeinde die offizielle Eröffnung. Hinter dem Projekt liegen viele Jahre der Planung, Abstimmung und Umsetzung. Auch die Wünsche von Vereinen, Schulen sowie Bürgerinnen und Bürgern flossen in die Gestaltung ein. Das Ergebnis verbindet klassische Wettkampfanlagen mit frei zugänglichen Bewegungs- und Freizeitflächen. Das heiler-Team hat mit der Erneuerung und dem Ausbau der Sportflächen dazu beigetragen, diesen traditionsreichen Standort für die kommenden Generationen weiterzuentwickeln.

Neue Laufbahnen, bewährter Standort und Naturrasenspielfeld mit neuem Aufbau

Den Mittelpunkt des Stadions bildet weiterhin die Kampfbahn Typ C mit ihrer 400-Meter-Rundlaufbahn, den leichtathletischen Anlagen und dem innenliegenden Naturrasenspielfeld. Ihre Lage und Ausrichtung blieben erhalten. Unter den Oberflächen war dagegen ein grundlegender Neuaufbau erforderlich: Die vorhandenen Tragschichten entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Laufbahn und Segmentflächen erhielten deshalb neue Unterbauten und einen neuen Kunststoffbelag. Vier Rundlaufbahnen sowie sechs Sprintbahnen über 100 Meter bieten Platz für Training, Schulsport und Wettkämpfe. Ergänzt wird die Anlage durch Einrichtungen für Weit-, Hoch- und Stabhochsprung sowie Speerwurf, Kugelstoßen, Diskus- und Hammerwurf.

Auch das rund 69 × 109 Meter große Naturrasenspielfeld innerhalb der Laufbahn erhielt einen vollständig neuen Aufbau. Neue Tragschichten, eine erneuerte Entwässerung und die Beregnungsanlage schaffen die technischen Voraussetzungen für die Nutzung und Pflege der Fläche. Das Miteinander von Fußball und Leichtathletik spielte bei der Gestaltung eine wichtige Rolle. Entlang der beiden Längsseiten des Großspielfelds bieten etwa zwei Meter breite Pflasterwege Platz für Aktive und Zuschauer. So lässt sich das Geschehen näher am Spielfeld verfolgen, ohne dafür die Laufbahn zu betreten.

Das Gelände als Trainingsstrecke und mehr Möglichkeiten für Fußball und Freizeitsport

Nicht überall auf der Anlage geht es eben zu. Diese Besonderheit greift der neue Crosslaufweg auf. Er folgt den Höhenunterschieden des Geländes und schlängelt sich durch die vorhandene Topografie.

Die zwischen 1,50 und 2,50 Meter breite Strecke mit Kunststoffbelag ergänzt die klassische Rundlaufbahn um eine andere Form des Lauftrainings. Statt gleichmäßiger Runden auf einer ebenen Fläche sorgen wechselnde Steigungen und Richtungen für Abwechslung. Davon profitieren sowohl die Trainingsarbeit verschiedener Sportgruppen als auch Menschen, die die Anlage für ihre persönliche Laufrunde nutzen. Besonders deutlich zeigt sich die Erweiterung des Sportangebots im südlichen Teil der Anlage. Dort entstand aus dem bisherigen Kleinspielfeld, Rasenflächen und älteren Leichtathletikbereichen ein neu geordneter Freizeitbereich.

Ein rund 63 × 39 Meter großes Kunstrasen-Kleinspielfeld ergänzt den Naturrasen im Stadion. Es bietet zusätzliche Möglichkeiten für Fußballtraining und freie Ballspiele. Für die neue Fläche entstand eine eigene Flutlichtanlage mit vier zehn Meter hohen Masten. So lassen sich die Sportangebote auch in den dunkleren Monaten besser nutzen. Daneben schafft ein Multifunktionsspielfeld mit Kunststoffbelag Platz für Basketball, Streetball und weitere Sportarten. Vier Meter hohe Ballfangzäune an den Stirnseiten helfen, die Bälle innerhalb der jeweiligen Spielflächen zu halten.

Bewegung ohne Vereinsmitgliedschaft

Die neue Anlage richtet sich bewusst nicht nur an den organisierten Sport. Mit Outdoor-Fitness, Calisthenics und Parkour entstanden Angebote für Menschen, die unabhängig von Trainingsplänen und festen Gruppen aktiv sein möchten.

Auf dem Pumptrack stehen dagegen Rollen und Räder im Mittelpunkt. Ob mit Laufrad, Fahrrad, Skateboard oder Scooter: Die Strecke lädt dazu ein, Balance, Koordination und Fahrtechnik auszuprobieren. Damit finden auch Bewegungsformen ihren Platz, für die eine klassische Sportanlage bislang wenig Raum bot.

Ein verbindendes Element zwischen dem nördlichen Sportbereich und den südlichen Freizeitflächen sind die höhengestaffelten Boulderwände. Durch unterschiedliche Höhen, Absätze und Durchlässe gliedern sie das Gelände, ohne die Bereiche vollständig voneinander abzuschotten. Gleichzeitig werden sie selbst zum Bewegungsangebot. Gerade hier zeigt sich der Wert der Beteiligung während der Planung: Die Anlage berücksichtigt nicht nur bestehende Sportarten, sondern auch die Interessen derjenigen, die künftig ihre Freizeit dort verbringen.

Kurze Wege und Platz zum Zuschauen

Eine vielseitige Sportanlage muss nicht nur unterschiedliche Angebote schaffen, sondern sie auch gut erreichbar machen. Das erneuerte Wegesystem erschließt die Funktionsbereiche barrierefrei. Flächenbündige Übergänge zwischen den Sportbelägen und den angrenzenden Wegen erleichtern die Nutzung für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.

Unterhalb des Parkplatzes an der Rektor-Wurr-Straße erhielt auch die vorhandene Böschung eine neue Funktion. Auf etwa 20 Metern Länge entstand eine achtreihige Sitzstufenanlage. Sie nutzt die Höhenlage des Geländes und bietet Zuschauern einen festen Platz mit Blick auf das Stadion. Ein mittiger Treppenaufgang mit Handlauf erschließt die Reihen.

Parallel zum Stadionprojekt entstand eine eigenständige Fuß- und Radwegeverbindung zwischen dem Sport- und Bildungscampus, dem Bahnhof und dem südlichen Ortsgebiet. Sie bindet die Anlage stärker in den Alltag der Gemeinde ein. LED-Leuchten entlang der Verbindung verbessern die Orientierung bei Dunkelheit.

Bei der Beleuchtung auf dem Naturrasenspielfeld verbindet die Modernisierung neue Technik mit der Weiterverwendung vorhandener Bauteile. Die sechs jeweils 16 Meter hohen Flutlichtmasten an der Kampfbahn blieben erhalten. Anstelle der bisherigen Leuchten kommt nun zeitgemäße LED-Technik zum Einsatz, die den Energiebedarf der Beleuchtung reduziert.

Ein gemeinsamer Ort für Hohenwestedt

Das Stadion bleibt öffentlich zugänglich. Neben Vereinstraining und Schulsport ist hier ebenso Platz für eine spontane Runde Streetball, das Training an den Fitnessgeräten oder einen Nachmittag auf dem Pumptrack. Genau dieses Nebeneinander macht die Modernisierung besonders: Unterschiedliche Generationen und sportliche Interessen finden an einem Ort zusammen.

Wir freuen uns, an der Weiterentwicklung der Sportanlage mitgewirkt zu haben, und wünschen allen Nutzerinnen und Nutzern in Hohenwestedt viel Freude beim Trainieren, Ausprobieren und gemeinsamen Sport.