ALISA’S EXPERTENBLOG NR. 1: ICH STEH AUF GRÜN!

Mein Weg zur Greenkeeperin in der 2. Bundesliga

Hey, ich bin Alisa Bendlin, 25 Jahre, und ich mache das, wovon andere träumen: ich verbringe den ganzen Tag auf Fußballplätzen und im Stadion, genauer gesagt in der SchücoArena von Arminia Bielefeld. Natürlich nicht mit Fußball-Fachsimpelei mit Trainer Jeff Saibene oder den Spielern. Ich bin Greenkeeperin. Meines Wissens sogar die einzige Frau in dem Job in der Bundesliga. Ich sorge dafür, dass der Ball richtig gut läuft und es nicht am Platz liegt, wenn die Mannschaft keine Punkte holt. Wie ich an diesen Job gekommen bin? Ganz einfach: Ich habe mit einer Ausbildung bei heiler zur Gärtnerin im Garten- und Landschaftsbau begonnen.

Wer Greenkeeper werden will, braucht eine Ausbildung
Ich habe 18 Jahre aktiv Fußball gespielt, also früh angefangen, das prägt natürlich. Aber auch der Beruf meines Vaters, der Landschaftsgärtner ist, hat mich geprägt. Wir haben einen großen Garten, da hat man unweigerlich Berührungspunkte mit der Natur. Als ich vor fünf Jahren las, dass heiler Auszubildende zum Gärtner für Garten- und Landschaftsbau suchte, dachte ich: Genau das isses! Da kannst du draußen in der Natur sein und machst was, das mit Fußball zu tun hat. Bingo. Ich war die erste weibliche Auszubildende bei heiler überhaupt. Ich fands super, dass ich als Frau diese Chance bekommen habe. Kurz vor Ausbildungsbeginn habe ich den Vertrag unterschrieben und dann gings auch schon los. Vier Jungs und ich.

Teil des heiler-Teams
Von Anfang an hats gepasst. Nicht nur die ganze Kleidung, die man bei heiler gestellt bekommt, eben auch menschlich. Alle duzen sich, alles ist sehr familiär. Wir sind wie ein Sportverein. Vieles was wir machen ist Teamarbeit, weil man für fast jede Arbeit mindestens zwei Mann oder eben Frau benötigt. Meine erste Baustelle, auf der ich eingeteilt wurde, war in Verl-Kaunitz. Dort wurde ein Kunstrasenplatz neu gebaut. Ich habe erstmal mit fegen angefangen, viel fegen. Aber, das gehört eben zur Arbeit einer Gärtnerin für Garten- und Landschaftsbau. Schließlich ist das ein Handwerk, heißt, man arbeitet körperlich. Das sorgfältige Einfegen von neu gepflasterten Flächen ist wichtig, damit sich die Fugen zwischen den Steinen verfüllen und sich dort so schnell kein Unkraut ansiedeln kann. Danach kam natürlich noch viel mehr: der ganze Aufbau eines Sportplatzes von unten bis oben. Ich habe gelernt, wie Kantensteine gesetzt werden, wie man pflastert und Rollrasen verlegt.

Ohne Fleiß kein Preis
Mit einem klaren Ziel vor Augen, gelingt es einem besser, dranzubleiben. Die Rasenpflege hat mir schon immer besonders viel Spaß gemacht, darum war Greenkeeperin schon früh mein erklärtes Berufsziel. Jedes Berufsbild oder Branche hat natürlich Bereiche, mit denen sich einige sehr gut arrangieren können, andere weniger. Zum Beispiel mit der Montage auswärts. Wir bauen bundesweit Fußballplätze, da ist man dann in der Woche weit weg von Zuhause und schläft in einem Container. Mir hats nichts ausgemacht.

Mein Fazit: Ich glaube nicht, dass es vom Geschlecht abhängt, was man erreichen kann, sondern nur vom Willen. Soweit für heute aus dem Leben einer Greenkeeperin, bald mehr.

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